19.02.2015



Nach Initiierung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nahm die Klinische Forschergruppe 241 (KFO 241) im Januar 2012 ihre Arbeit auf. Sie repräsentiert ein multidisziplinäres Feld aus klinischen und Grundlagenforschern, welche sehr eng kooperieren, um die dem Krankheitsverlauf der Schizophrenie und Bipolaren Störung zugrundeliegenden Schlüsselfaktoren aufzudecken. Bei beiden Krankheiten sind Krankheitsverlauf und -ausgang von größter Wichtigkeit und klinischer Relevanz, da sie die durch diese Erkrankungen bedingte individuelle und gesellschaftliche Krankheitslast determinieren. Dennoch wird bislang der Verlauf in psychiatrischen, insbesondere biologischen Forschungsstrategien, kaum berücksichtigt. Die jüngsten Erfolge der psychiatrischen bzw. Bildgebungsgenetik darf man durchaus gemein-schaftlichen Strategien unter Verwendung vereinheitlichter Herangehensweisen mit großer Studiengruppen anrechnen. Die Forschungsstrategie der KFO 241 wurde durch den Wunsch beflügelt, solche Gütesiegel für Forschungserfolge mittels Erforschung des Krankheitverlaufs und -ausgangs bei der Schizophrenie und bipolaren Störungen nachhaltig zu unterstützen.

Seit Start der KFO 241 haben sich die involvierten WissenschaftlerInnen im Rahmen ihrer Projekte diesem wissenschaftliche Ziel aus verschiedenen Blickwinkeln gewidmet und ein einheitliches und einzigartiges Rahmenwerk aufgebaut, welches sich ideal dafür eignet, dieses vormals weithin unbeacheten Feld gemeinschaftlich in Angriff zu nehmen. Die mittlerweile geschaffene Forschungsumgebung zeichnet sich durch neue Lösungen für eine IT-Infrastruktur zur Rekrutierung von Studienteilnehmern und Kontrollpersonen, standortübergreifener Phänotypisierung und dem Schutz sensibler persönlicher Daten aus.

PsyCourse setzt nun diese erfolgreichen Vorabeiten als zweigeteiltes Zentrum mit den Standorten Göttingen und nun auch München fort und hat zuvor nicht involvierte Wissenschaftler aus führenden Institutionen ihrer jeweiligen Fachrichtungen für eine Mitarbeit gewinnen können, welche zusätzliche Expertise aus Paralleldisziplinen beisteuern. Außerdem erweitert PsyCourse das phänotypische Spektrum und berücksichtigt nun auch die unipolare Depression, da es zunehmend Evidenz für gemeinsame ätiologische Mechanismen dieser drei Erkrankungen gibt.